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Fast Food oder die Lizenz zum Essen
 

Wenn ich als Kind mit meiner Mutter in die Stadt fuhr, kaufte sie bei Woolworth eine Tüte Geleebananen. Sie hatte Hunger und ich eigentlich auch. Aber ich maulte rum, weil ich das Essen in der Öffentlichkeit, aus der Tüte und im Laufen, ungemütlich und peinlich fand.
Damals gab es noch nicht an jeder Ecke eine Bäckerei, in der man schnell mal einen Tee trinken und ein halbes Brötchen dazu verzehren konnte. Und wer ging schon an einem Werktag in eine Konditorei!

Heute bestimmen sie das Stadtbild: Eilende Menschen, in einer Hand das Handy, in der andern das Stück Pizza, die Tüte Pommes oder den Döner, kauend und redend.

Genau wie in den Krimis. Irgendwer ist immer beim Essen. Das heißt, er füllt irgendein ekliges Zeug in sich hinein, das er nach eigener Aussage verabscheut. In der rechten Hand so ein fetttriefendes Etwas, in der linken den unvermeidlichen Telefonhörer, löst er heikle Fälle und schüttet im Eifer des Gefechts seinen Kaffee über die Ermittlungsunterlagen.

Durch Serien wie Großstadtrevier und Tatort kenne ich sämtliche Döner- und Currywurstbuden auf dem Kiez. Wenn Dirk und Tanja bei Elli ihre Wursthappen fachsimpelnd in sich hineinstopfen, sind sie sichtlich erleichtert, wenn die Dienstleitung ruft und sie den größten Teil ihrer Mahlzeit auf dem Pappteller zurück lassen dürfen.
In vornehmeren Krimis bestellt die Belegschaft auch mal Sushi. Aber auch diese Delikatesse zwängen sie labernd, telefonierend oder über die Kollegen lästernd in sich hinein.

Da lob ich mir die Edelschnulzen, die Tele Novelas. Dort wird noch in großem Rahmen gespeist, und sie haben immer mindestens eine Köchin, die mit dem Essen Ratschläge für die Seele der unglücklichen Heldin serviert. Jedenfalls wird noch gepflegt am Tisch gegessen - aber ganz ungepflegt dem Alkohol zugesprochen. Wer Sorgen hat, hat auch Likör, sagte schon Wilhelm Busch. Und Sorgen haben die TV-Helden immer. Doch statt ihren Kummer der Liebsten mitzuteilen und ihn mit ihr zu teilen, greifen sie ganz männlich erst zum Glas und dann zur Flasche und tun sich über mehrere Folgen selbst entsetzlich leid.
Den Frauen fällt die traditionelle Mutterrolle zu, den betrunkenen Jammerlappen zu Bett zu bringen. Wie im wahren Leben erweisen sich Frauen auch hier als das stärkere Geschlecht. Sie ebnen durch gutes Zureden, Zuhören und Tatendrang dem Helden die Lebensbahn. Und alles fast ohne Alkohol.

Nun fehlt unter all den Klischees nur noch der Kaffeeautomat auf dem Polizeirevier, der trotz Münzeinwurfs und guten Zuredens nicht mit sich reden lässt. Er spuckt die braune Brühe einfach nicht aus. Bis der Herr Kommissar kommt, dem Apparat die Fäuste zeigt, ihm eine paar Fußtritte versetzt - und schon gibt er das begehrte Gebräu von sich. Eine Abwandlung des Themas findet dann statt, wenn der Automat in seiner Panik dem Kriminalisten den Kaffee über die Uniform schüttet...

 2006 © Karin Rohner


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